Ein wesentlicher Nachteil der Präsentation von Kunst in Museen und andernorts ist, dass Betrachter Objekte nicht berühren dürfen, obwohl dies bei vielen 3-Dimensionalen Kunstobjekten ein wesentlicher Aspekt der Erfahrbarkeit von Kunst ist. Oft ist es auch gerade die interaktive Komponente, die der Künstler einst als wesentliche Eigenschaft seines Objektes definierte, und die nun mit den Interessen von Museen zur Bewahrung des Kunstgegenstands in seinem Originalzustand kollidieren. Vielen Besuchern fällt es schwer, eine Beziehung zum ausgestellten Objekt aufzubauen wenn sie aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen, die zum langfristigen Erhalt des Gegenstands dienen, auf Abstand gehalten werden. Es wird vermutet, dass diese von vielen als steril empfundene Museumsatmosphäre ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Museen und Galerien von Teilen der Bevölkerung als verstaubt oder gar langweilig empfunden werden.
Interaktive Anwendungen bergen nicht zuletzt einen Mobilitätsgewinn. Während im Museum auf Leinwänden, Panels oder Terminals in beliebigen Dimensionen präsentiert werden kann, kann die Anwendung im Museumsshop zum Mitnehmen erstanden werden und daheim am Rechner genutzt werden (auf Wunsch des Museums auch eingeschränkt). Bei zeitlich begrenzten Themenausstellungen besteht die Möglichkeit schwer transportfähige, an anderen Orten befindliche Objekte virtuell in die eigene Ausstellung zu integrieren.
Derartige Visualisierungen verstehen sich nicht als allein stehende Kunstform, sondern stets als Begleitpräsentation zum eigentlichen Objekt. Sie kann und will ein Kunstobjekt nicht ersetzen sondern, durch Schaffung einer interaktiven Sphäre, aufwerten und dem Betrachter näher bringen. Der Betrachter hat hierbei die Möglichkeit seine eigene Kreativität mit einfließen zu lassen, da er frei entscheiden kann, wie er das Werk betrachtet oder bewegt und wird somit selbst wesentlicher Teil eines neuartigen, intensiv erlebten Kunstgenusses.
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